Wer abenteuerlustig ist und abseits des organisierten Massentourismus reisen möchte, sollte ruhig einmal über eine Rucksackreise nachdenken. Es muss nicht immer Backpacking in Australien oder die große Tour durch Indien und Nepal sein, auch Europa hat viele wunderbare Ecken und sehenswerte Ziele, die der Rucksacktourist ganz intensiv erleben und genießen kann.

Reiseziele nach persönlichem Interesse planen

Die Länge der Reise und der damit verbundene Organisationsaufwand richten sich natürlich in erster Linie nach der zur Verfügung stehenden Zeit. Geht man von einem normalen Jahresurlaub von 3-4 Wochen aus, gibt es durchaus jede Menge verschiedene Möglichkeiten. Manch einer träumt vielleicht schon lange von einer Pilgerreise. Für Rucksackfans sind diese Reisen ideal. Mit Flugzeug oder per Bahn gelangt man zum Ausgangspunkt und wandert dann viele Kilometer auf einem gekennzeichneten Pilgerpfad, teilweise durch mehrere Länder. Der Bekannteste ist wohl der Jakobsweg nach Santiago de Compostela in Spanien. Aber auch das Pilgern durch Italien, von Florenz nach Assisi oder Rom wäre denkbar. Nun ist das Pilgern und damit einhergehende Kennenlernen kleiner Städte und Dörfer entlang dieser Wege nicht unbedingt jedermanns Ziel und Geschmack.

Schöne Städte kennen lernen lohnt sich immer

Möchte man nicht unbedingt trampen, weil diese Art des Fortbewegens zu unsicher oder langwierig erscheint, ist man bei der Bahn oder im Bus mit seinem Rucksack bestens aufgehoben. Sehr beliebt sind so genannte Interrail-Tickets, hier wird der Preis nach Entfernung berechnet und man bleibt, was die Reiseroute anbelangt, relativ flexibel. Mit guter Planung gelingt ein Trip quer durch Europa und das Sightseeing einiger großer Städte ist gesichert. Für eine vierzehntägige Reise bieten sich beispielsweise fünf große Städte in Mitteleuropa: Paris, Amsterdam, Berlin, Prag, München und Paris für eine Rundreise an. Wer mehr Zeit hat, verweilt in der für ihn interessantesten Stadt einfach ein wenig länger oder hängt noch 1-2 Ziele an. Eine andere Möglichkeit wäre das Besuchen besonders historischer Städte in Deutschland und Österreich, wie Wien, Salzburg, München, Nürnberg, Rothenburg ob der Tauber, Heidelberg, Straßburg, Freiburg im Breisgau, usw. Man muss auch für diese Tour ungefähr 14 Tage einplanen.

Ausflüge nach Großbritannien

Allerdings kann auch ein Rucksackausflug über den “Großen Teich” nach Großbritannien äußerst spannend sein. Städte, wie London, Dublin, Manchester, Belfast, Northampton usw. verdienen näheres Kennenlernen und bieten manches Sehenswerte und Überraschende. Die meisten Deutschen lernen schon in der Schule Englisch. Die Sprache der Einheimischen zu sprechen, und vor allem zu verstehen, ist äußerst vorteilhaft. Es bleibt dann nicht nur beim exotischen “Touri-Dasein”, sondern es bietet sich wirklich die Möglichkeit, in die Welt der Bewohner einzutauchen und alles hautnah und authentisch zu erleben.

Auch abseits der Route einige Stopps einplanen

Das Schöne am Reisen mit Rucksack ist die große Flexibilität und Individualität. Schon in der Bahn, im Bus, auf Campingplätzen oder unterwegs lernt man viele interessante Leute kennen, die vielleicht Hinweise zu besonderen Sehenswürdigkeiten oder Reisehighlights entlang oder abseits der geplanten Strecke geben können. Mit einem Schlafsack im Gepäck wird auch mal die Nachtfahrt im Zug zu einer erholsamen Schlafmöglichkeit. Und wer weiß: Vielleicht wird gerade der unverhoffte und spontane Besuch eines ursprünglich gar nicht geplanten Ortes zum absoluten Höhepunkt der gesamten Reise.

Image: Airi Pung – Fotolia

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